Wer sind die Wiesenwerke?


Bandwebermuseum

Das Bandwebermuseum veranschaulicht die Bedeutung der Bandweberei und Riemendreherei (Flechterei) für die Stadt Wuppertal. Auf 240 m² erleben die Besucher:innen funktionierende Webstühle und Riementische und lernen die Vielfalt historischer und neuartiger Produkte kennen. Eine Hausbandweberstube alten Stils gibt Einblicke in das typische Arbeitsumfeld eines Hausbandwebers. Gegründet 1989 aus einer schulischen Initiative, heute zum Museum Industriekultur gehörend ist das Bandwebermuseum ein lebendiges Beispiel für die industrielle Tradition der Region. 

Für die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen des Bandwebermuseums ist der Ort in der Wiesenstraße weit mehr als eine Ausstellungsfläche. Die Wiesenwerke sind das Ergebnis jahrzehntelanger Leidenschaft, Überzeugungsarbeit und persönlicher Geschichte. Was einst mühsam erkämpft werden musste, ist heute ein Ort, der Menschen aus aller Welt anzieht: Besucher*innen, die ihre Wurzeln suchen, Schulklassen, Familien und Neugierige, die zufällig vorbeikommen. Der industrielle Charme des Gebäudes und der unverwechselbare Geruch der Maschinen macht das Museum zu einem authentischen Erlebnis, das unter die Haut geht.

„Ich bin hier reingekommen und mein Herz ging auf. Alleine der Geruch, den erkannte ich sofort.“

Fotos: Caroline Schreer

Fanprojekt Wuppertal

Das Fanprojekt Wuppertal ist eine Einrichtung der sozialen Arbeit, die sich auf die aktive Fanszene des Wuppertaler Sportvereins (WSV) konzentriert. Es bietet Jugendlichen und jungen Erwachsenen einen offenen Treffpunkt, an dem sie sich austauschen, Freizeitaktivitäten nachgehen und Unterstützung erhalten können. Das Angebot reicht von Tischtennis und Playstation-Spielen über das gemeinsame Kochen bis hin zu Public-Viewing. Zudem werden verschiedene Projekte und Veranstaltungen organisiert, die den Zusammenhalt und die Integration innerhalb der Fanszene fördern. 

Für das Team des Fanprojekts sind die Wiesenwerke mehr als ein Büro – sie sind ein Ort, der Identität stiftet und Gemeinschaft ermöglicht. Was einst eine leerstehende Fabrikhalle war, in der regelmäßig Scheiben eingeworfen wurden, ist heute ein lebendiger Treffpunkt für Jugendliche aus ganz Wuppertal. Diese Verwandlung spüren die Mitarbeitenden täglich: in den hohen Decken und alten Backsteinwänden, die dem Ort seinen besonderen Charme verleihen, aber vor allem in den Menschen, die hier zusammenkommen.

„Umso mehr Leben und umso mehr gemacht wird, umso weniger passiert der Vandalismus halt – dann sehen auch die Leute: Das ist nicht einfach nur eine alte Fabrikhalle, sondern da ist auch wieder Leben drin.“

Fotos: Caroline Schreer

Peter Oppermann – Schreinerei 

Die Schreinerei Oppermann ist ein traditionsreicher Meisterbetrieb in Wuppertal, der seit 1933 individuelle Holzarbeiten anbietet. Spezialisiert auf maßgefertigte Möbel, Fenster und Türen, setzt das Team kreative Ideen in hochwertige Einzelanfertigungen um – vom Einbauschrank über Küchen bis hin zu Betten und Bänken. Auch bei Altbau-Renovierungen und Denkmalschutzarbeiten ist die Schreinerei ein kompetenter Partner. Qualität, Zuverlässigkeit und persönlicher Kundenkontakt stehen dabei stets im Mittelpunkt. 

Für Peter Oppermann ist die Wiesenstraße kein gewöhnlicher Arbeitsort, denn in ihm schlummert ein Stück Familiengeschichte. Sein Großvater gründete die Schreinerei, sein Vater fand hier 1978 nach der Nordstadtsanierung eine neue Heimat, und heute führt Peter den Betrieb in dritter Generation weiter. Luftlinie 100 Meter von seinem Geburtshaus entfernt arbeitet er täglich in denselben Räumen, die sein Vater einst eingerichtet hat. Dieser tiefe Verwurzelung im Ort spiegelt sich auch in der Arbeit wider: Die Kundschaft kommt fast ausschließlich aus Wuppertal, die Aufträge oft aus den alten Gründerzeitvierteln der Stadt, für die das Handwerk der Oppermanns wie gemacht scheint.

Was die Schreinerei auszeichnet, ist nicht nur das Können, sondern die Haltung dahinter: lieber maßgenau als massenhaft, lieber das schwierige Stück als das einfache. Und obwohl der Alltag manchmal herausfordernd ist, bleibt die Freude am Handwerk ungebrochen nach über 50 Jahren Berufserfahrung genauso wie am ersten Tag.

„Ich liebe nach wie vor meinen Beruf wie am ersten Tag. Das ist auch der Grund, wieso ich noch hier bin, weil ich mich hier wirklich noch ausleben kann.“

Fotos: Caroline Schreer

TalTonTheater (TTT) 

Das TalTonTheater (kurz TTT) in Wuppertal ist ein privates Theater mit einem abwechslungsreichen Programm. Der Spielplan reicht von klassischen Stücken über moderne Komödien und Krimis bis hin zu Revuen und Musicals. Das Theater legt großen Wert auf eine enge Zusammenarbeit mit einem festen Ensemble sowie mit Gastspieler*innen für ausgewählte Produktionen. Neben den regulären Theateraufführungen finden auch Seminare, Workshops, Tagungen sowie Gastspiele, Lesungen, Comedy- und Kabarettveranstaltungen im TTT statt. Das Taltontheater ist ein Ort der Kultur, der Menschen zusammenbringt und eine offene, einladende Atmosphäre schafft. 

Für das TalTonTheater Leitungs-Duo, Jens Kalkhorst und David-Veit Meister, war der Einzug in die Wiesenwerke ein Wendepunkt, nicht nur räumlich, sondern auch in der Wahrnehmung von außen. Vorher kannte man das Ensemble als „die Theatergruppe aus dem Rex“, heute ist das TTT eine feste Größe im Wuppertaler Kulturleben. Das Gebäude hat dazu beigetragen: Die hohen Räume, die industrielle Atmosphäre und die Lage im lebendigen Nordstadt-Quartier geben dem Theater einen Rahmen, der zu seinem Anspruch passt.

Denn das TTT versteht sich nicht als Bühne für ein ausgewähltes Publikum, sondern als kulturelles Wohnzimmer für alle. Menschen aus der Nachbarschaft sitzen neben Gästen aus Köln, Essen oder Hagen. Schwellenängste sollen abgebaut, Berührungsängste überwunden werden. Und wenn das gelingt, wenn jemand nach einer Vorstellung anfängt nachzudenken, was er gerade gesehen hat., dann ist genau das erreicht, wofür das Theater steht.

Es gibt Leute aus der Nachbarschaft, für die ist das halt so das kulturelle Wohnzimmer, in das man dann mal geht, sich mal emotional durchschütteln lässt.“

Fotos: Caroline Schreer

Neue Effizienz

Die Neue Effizienz ist eine gemeinnützige Organisation, die dabei hilft, nachhaltige Veränderungen in der Region Wuppertal, Solingen und Remscheid zu gestalten. Sie arbeitet mit Unternehmen, Kommunen und Forschungseinrichtungen zusammen an den Themen Energiewende, Mobilität und Stadtentwicklung sowie Circular Economy und Kompetenzentwicklung. Ihr Ziel ist es, die Region umweltfreundlicher und zukunftsfähiger zu machen. 

Für Jochen Stiebel, Geschäftsführer der Neuen Effizienz, war der Umzug in die Wiesenwerke keine Frage der Nostalgie, sondern der Überzeugung. Das Gebäude passt zur Organisation und die Organisation passt zum Gebäude. Denn was die Montagsstiftung hier aufbaut, ist genau das, wofür die Neue Effizienz täglich arbeitet: Transformation. Die Nordstadt als Viertel ist eines der lebendigsten Beispiele für zivilgesellschaftlichen Wandel in der Region. Mitten darin zu sitzen, ist für ein Unternehmen, das Veränderung zum Beruf gemacht hat, mehr als passend.

„Ich fände es super, wenn dieses Gebäude auch die Funktion innerhalb des Quartiers übernimmt, wenn hier Leben stattfindet und Impulse ausgehen vom gesamten Gebäude aus.“

Fotos: Caroline Schreer

Bahnhof Blo

Der Bahnhof Blo vereint Boulderhalle und stilvolle Eventlocation. Die im ersten Stockwerk gelegene Boulderhalle bietet eine Vielzahl an Boulder-Routen für alle Erfahrungsstufen sowie ein Kursprogramm für Anfänger, Kinder und Familien, abgerundet durch ein attraktives Yoga Angebot. Die Eventlocation im EG, mit Terrasse und direktem Zugang zur Nordbahntrasse, kann für Veranstaltungen wie Hochzeiten, Weihnachtsfeiern oder Firmenevents gebucht werden.  

Für das Team des Bahnhof Blo sind die Wiesenwerke nicht einfach nur eine Adresse, sie sind ein Ort, mit dem man sich identifiziert. Als Arndt 2012 das Gebäude zum ersten Mal sah, war es die besondere Ausstrahlung des alten Industriebaus, die ihn sofort überzeugte. Seitdem ist der Bahnhof Blo mit dem Gebäude gewachsen und das Gebäude mit seinen Mieter*innen.

„Alle einzelnen Bausteine gibt es auch woanders, aber die Kombination und der Gesamtcharm sind besonders. Das kriegen wir immer wieder mitgeteilt.“

Fotos: Caroline Schreer

Holzwerkstatt Driesen + Richter 

Die Holzwerkstatt Driesen & Richter ist ein traditionsreicher Handwerksbetrieb, der sich auf hochwertige Tischlerarbeiten spezialisiert hat. Mit über 30 Jahren Erfahrung fertigt das Team individuelle Möbelstücke – stets maßgeschneidert nach den Wünschen der Kund*innen. Der Schwerpunkt bei Fenstern und Türen liegt auf der Aufarbeitung sowie der Lieferung neuer Elemente im denkmalgeschützten Bereich. Besonders geschätzt werden die persönliche Beratung, die präzise Ausführung und die Verwendung von nachhaltigen Materialien. Die Werkstatt ist bekannt für ihre Liebe zum Detail. 

Schlosserei Kromberg Metallbau GmbH 

Die Schlosserei Kromberg Metallbau GmbH ist ein handwerklich geprägter Metallbaubetrieb mit langjähriger Erfahrung. Zu den Leistungen gehören unter anderem die Anfertigung und Montage von Geländern, Treppen, Toren und Zäunen sowie individuelle Metallkonstruktionen nach Kundenwunsch. Auch kleinere Reparaturarbeiten oder Anpassungen werden übernommen. Die Arbeit zeichnet sich durch eine enge Abstimmung mit den Auftraggebenden und eine praktische, lösungsorientierte Herangehensweise aus. Dabei verbindet der Betrieb traditionelles Handwerk mit zeitgemäßer Technik. 

Autolackiererei Engelhardt 

Die Autolackiererei Engelhardt GmbH ist ein erfahrener Fachbetrieb für professionelle Fahrzeuglackierungen und Karosseriearbeiten. Das engagierte Team übernimmt sowohl Unfallinstandsetzungen als auch Lackierarbeiten an Autos, Motorrädern und Nutzfahrzeugen. Zusätzlich bietet die Lackiererei kleinere Reparaturen wie Smart Repair an, um Schäden effizient zu beheben. Durch moderne Technik und qualifizierte Mitarbeiter wird eine hochwertige Ausführung der Arbeiten sichergestellt. Dabei legt das Unternehmen besonderen Wert auf persönlichen Service und individuelle Kundenberatung. 

Wiesenwerke – Urbane Nachbarschaft Mirke

All diese unterschiedlichen Akteur*innen machen die Wiesenwerke erst wirklich zu dem, was sie sind und hauchen der alten Gold-Zack-Fabrik auf ihre ganz eigene Weise neues Leben ein.

Ein ebenso wichtiger Teil der Wiesenwerke ist die Urbane Nachbarschaft Mirke selbst. Sie kümmern sich um die Grundsanierung der alten Fabrik und sorgen dafür, dass der Ort zu einem echten Treffpunkt im Viertel werden kann. Ob Renovierungen, Vermietung oder die Neugestaltung des Außengeländes, das Team der Urbanen Nachbarschaft Mirke kümmert sich darum.

Doch nicht nur die Kernsanierung prägt den Ort, auch der Projektraum ist ein zentraler Bestandteil. Er ist ein Raum im Quartier – für das Quartier. Krabbelgruppen, Ausstellungen, Workshops und vieles mehr bringen ihn zum Leben und machen ihn zum Herzstück der Wiesenwerke.

Fotos: Caroline Schreer

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